Kurden wurden gegen den IS in den Krieg geschickt - jetzt werden sie allein gelassen: Freigelassene IS-Kämpfer sind für Europa erneut eine „blutige Gefahr“

 Tarih: 20-01-2026 08:25:01   Güncelleme: 20-01-2026 08:29:01
Kurden wurden gegen den IS in den Krieg geschickt - jetzt werden sie allein gelassen: Freigelassene IS-Kämpfer sind für Europa erneut eine „blutige Gefahr“
Görsel / Welgmedya

WELG | WELG ÖZEL – Während sich die Kräfteverhältnisse in Syrien erneut verschieben, zeigt sich einmal mehr: Den höchsten Preis zahlt wieder das kurdische Volk. Die Kräfte in Nord- und Ostsyrien, die jahrelang als „Bodentruppen“ im Kampf gegen den IS eingesetzt wurden, werden heute ohne politischen Schutz der USA und Europas zurückgelassen.

Die jüngsten Entwicklungen sind nicht nur für die Kurden, sondern auch für die europäische Sicherheitslage alarmierend: Nachdem bewaffnete Strukturen unter dem Einfluss von Colani (Ahmed el-Şara) in manchen Regionen Gebiete unter Kontrolle gebracht haben, mehren sich Berichte darüber, dass IS-Gefangene aus den Haftanstalten freikommen. Was Reuters und The Guardian berichten, deutet darauf hin, dass die Kämpfe rund um Gefängnisse zu Fluchten führen und es bereits zu „ungeordneten Entlassungen“ gekommen ist.

Dieses Bild zeigt: Die Isolierung der Kurden, die zugleich durch Druck aus der Türkei und vom syrischen Regime umzingelt werden, vergrößert auch das Risiko einer neuen Terrorwelle Richtung Europa.

„Bodentruppen gegen den IS: Sie wurden benutzt – und zahlten den Preis“

Seit 2014 verfolgte die Weltöffentlichkeit die Grausamkeit des IS. Doch es waren nicht allein Luftangriffe, die den IS stoppten. Der entscheidende Faktor waren jene, die am Boden kämpften: kurdische Jugendliche und die Komponenten der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF/DSG), die den IS aus Raqqa, Deir ez-Zor, Minbic und schließlich Baghuz zurückdrängten.

In Erklärungen der SDF/DSG aus dem Jahr 2019 wurde festgehalten, dass im Kampf gegen den IS mehr als 11.000 Kämpferinnen und Kämpfer ihr Leben verloren und über 21.000 verletzt wurden. Diese Zahlen verdeutlichen, welchen Preis ein Volk im Namen Europas und der Welt zahlte.

Heute jedoch wird genau dieses Volk durch politische Deals und Interessenbilanzen aus dem Feld gedrängt – und erneut in die Einsamkeit getrieben.

„Politik des Alleinlassens: Kurden nicht zu schützen heißt, Europa nicht zu schützen“

Dass die Kurden heute allein gelassen werden, ist längst keine bloße Frage „regionaler Politik“. Es betrifft unmittelbar die Sicherheit Europas. Denn der IS ist nicht nur eine Organisation in Syrien – er ist ein Terrorapparat, der Europa wiederholt in Blut getaucht hat.

Die Anschläge von Paris 2015, Brüssel 2016, Nizza 2016 oder der Angriff auf den Berliner Weihnachtsmarkt haben sich tief in das Gedächtnis Europas eingebrannt; hunderte Menschen wurden ermordet. Dokumentationen wie PBS FRONTLINE sowie internationale Sicherheitsbewertungen zeigen deutlich: Paris und Brüssel standen im Zentrum des „IS-Schocks“ in Europa.

Diese Gewalt ist nicht nur Vergangenheit – sie ist eine bis heute anhaltende Bedrohung. Denn die Ideologie des IS wurde nicht besiegt, sie zog sich lediglich zeitweise zurück. Der aktuelle Bruch in Syrien öffnet nun erneut ein Fenster, in dem diese Gefahr wachsen kann.

„Gefängnisse schlagen Alarm: Fluchten, Entlassungen, Ausbrüche“

Die kritischste Entwicklung der letzten Tage sind die eskalierenden Kämpfe rund um Gefängnisse mit IS-Häftlingen. In einem Reuters-Bericht vom 19. Januar 2026 heißt es, dass die DSG einen Angriff auf ein Gefängnis in Shaddadi gemeldet habe. Gleichzeitig wird berichtet, dass die von den USA geführten Koalitionskräfte trotz eines nahegelegenen Stützpunkts nicht eingegriffen hätten. Reuters schreibt zudem, dass die Verwaltung in Damaskus dies zurückweist und gegenseitige Anschuldigungen im Raum stehen.

The Guardian wiederum berichtet, dass während der Kämpfe „Dutzende IS-Gefangene freikamen bzw. flohen“. Dies ist nicht nur ein Sicherheitsversagen – es nährt auch den Verdacht, dass der IS im Zuge neuer Machtkonstellationen in Syrien kontrolliert wieder ins Feld zurückgebracht werden könnte.

Nach Einschätzung von WELG Medya ist die Realität nun klar:
Wenn die Gefängnisse mit IS-Gefangenen kollabieren, gerät nicht nur Rojava, sondern auch Europa erneut in Gefahr.

„Die Colani-Realität: Die Suche des Westens nach einem ‚neuen Partner‘ kann das Tor zur nächsten Katastrophe sein“

In der neuen syrischen Gleichung wird Ahmed el-Şara (Colani) als eine der prägnanten Figuren genannt – doch seine Vergangenheit ist hoch umstritten. Quellen wie Britannica und PBS erinnern an Colanis Geschichte, seine Einbettung in die Linie von Nusra/HTS sowie an frühere Beziehungen zu dschihadistischen Strukturen.

Dass Kurden mit dem Etikett „Terror“ ausgegrenzt werden, während Gruppierungen mit dschihadistischer Vergangenheit als „legitime Akteure“ präsentiert werden, ist nicht nur ein ethisches Problem – es ist eine strategische Blindheit. Denn diese Logik ernährt den IS und ähnliche Strukturen.

„Das doppelte Spiel des Westens: Gegen den IS nutzte man die Kurden – danach ließ man sie fallen“

Selbst Berichte des US-Zentralkommandos (CENTCOM) betonen, dass die Operationen gegen den IS in Syrien gemeinsam mit der SDF durchgeführt wurden.

Die zentrale Frage lautet daher:
Wenn der Hauptteil des Kampfes gegen den IS auf den Schultern der Kurden lag, wenn Zehntausende junge Menschen ihr Leben riskierten, damit europäische Städte sicherer werden – warum wird das Schicksal der Kurden heute wieder zur Verhandlungsmasse?

Diese Isolierung ist nicht nur eine Ungerechtigkeit gegenüber dem kurdischen Volk. Sie ist zugleich eine Warnung an Europa: Die Terrorwelle könnte zurückkehren.

„Der Satz der neuen Zeit: Wenn Rojava fällt, ist Europa nicht sicher“

Die Angriffe auf Rojava, der Zwang zur „Unterwerfung“ durch Damaskus und das wachsende Risiko rund um IS-Haftanstalten führen zu einer einzigen Konsequenz: Wenn der IS wieder auf das Feld zurückkehrt, wird der Preis nicht nur in Syrien gezahlt.

Die Täter, Netzwerke und Zellen früherer Anschläge in Europa verschwanden nicht einfach. Wenn Gefängnisse sich leeren oder „unkontrolliert sich selbst überlassen“ werden, könnte die nächste Welle nicht nur Kurden treffen – sondern auch Städte wie Berlin, Paris, Brüssel oder Nizza.

Die Notiz von WELG Medya lautet daher:
Eine Politik, die die Kurden allein lässt, lässt in Wahrheit auch Europa allein.

@welgmedya.com

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