InvaliditätspensionistInnen in Österreich: Alleinstehend unter der Armutsgrenze

 Tarih: 12-09-2025 11:18:47
InvaliditätspensionistInnen in Österreich: Alleinstehend unter der Armutsgrenze

WELG | In Österreich zeigt sich zunehmend die schwierige Lage von alleinlebenden InvaliditätspensionistInnen. Selbst mit allen staatlichen Zuschüssen bleibt das Einkommen unter der offiziellen Armutsgrenze.

Einkommen: Unterstützungen reichen nicht aus

Die wichtigste Stütze für Menschen mit Invaliditätspension ist die sogenannte Ausgleichszulage, die für Einpersonenhaushalte bei 1.273,99 Euro liegt. Hinzu kommt das Pflegegeld der Stufe 2 in Höhe von 370,30 Euro. Damit ergibt sich ein monatliches Gesamteinkommen von rund 1.644 Euro.

Doch diese Summe liegt unter der Armutsgefährdungsschwelle für Einpersonenhaushalte in Österreich, die derzeit 1.661 Euro beträgt. InvaliditätspensionistInnen gelten somit statistisch als armutsgefährdet.

Ausgaben fressen Einkommen auf

Die größte Belastung sind Wohnen und Energie. Die durchschnittliche Miete inklusive Betriebskosten beläuft sich auf etwa 670 Euro, dazu kommen 140 Euro für Strom und Heizung. Allein diese beiden Posten verschlingen mehr als die Hälfte des Einkommens.

Lebensmittelkosten liegen bei rund 300–320 Euro, hinzu kommen etwa 30 Euro für den öffentlichen Verkehr (mit Ermäßigungen), 35 Euro für Kommunikation sowie rund 90 Euro für Gesundheit, Kleidung und Hygiene. Damit summieren sich die monatlichen Ausgaben auf etwa 1.290 Euro.

Zwar bleiben auf dem Papier rund 350 Euro übrig, doch diese Reserve wird durch unvorhergesehene Arztkosten, steigende Energiekosten im Winter oder notwendige Anschaffungen rasch aufgezehrt.

Unter der Armutsgrenze

Das verfügbare Einkommen von 1.644 Euro liegt knapp unter der offiziellen Armutsgrenze von 1.661 Euro. In der Realität bedeutet dies: InvaliditätspensionistInnen leben unter dem Existenzminimum und müssen ihren Alltag mit ständigen Einschränkungen bestreiten.

Forderungen nach Reformen

Sozialverbände und Pensionistenorganisationen fordern seit Langem eine Anpassung der Ausgleichszulage an die Armutsgrenze, eine Erhöhung des Pflegegeldes sowie gezielte Wohn- und Energiekostenzuschüsse. Besonders in Städten wie Graz oder Wien, wo die Wohnkosten stark steigen, verschärft sich die Lage weiter.

Fazit: Ein würdiges Leben bleibt ein ferner Traum

Das österreichische Sozialstaatssystem verhindert zwar, dass InvaliditätspensionistInnen völlig ins Bodenlose fallen, doch für ein wirklich würdiges Leben reicht das Geld nicht. Das Beispiel eines alleinlebenden Invaliditätspensionisten zeigt klar: Zwischen statistischem Existenzminimum und sozialer Realität klafft eine große Lücke.

@welgmedya.com

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